7 Tipps eine Fehlgeburt zu verarbeiten

7 Tipps eine Fehlgeburt zu verarbeiten

Obwohl sehr viele Frauen die Erfahrung einer Fehlgeburt durchmachen müssen, spricht kaum einer darüber. Viele fühlen sich alleine gelassen oder verschweigen ganz, was ihnen passiert ist. Das muss nicht sein!

Zur Info: Ich bin keine Ärztin und habe keine psychologische Ausbildung. Ich bin nur eine Frau, die das Erlebnis einer Fehlgeburt selbst zweimal durchlebt hat. Und da ich weiß, wie schwer das sein kann, möchte ich gerne anderen Frauen dabei helfen, wenn sie sich nach einer Fehlgeburt verloren und verzweifelt fühlen. Darum habe ich eine Liste mit Möglichkeiten zusammengestellt, was du tun kannst, um eine Fehlgeburt besser zu verarbeiten. Ich hoffe, dass ich dir damit ein bisschen Kraft und Zuversicht schenken kann.

1. Sprich mit einer vertrauten Person
Wenn du das Glück hast einen Partner an deiner Seite zu haben, der dich diesen Weg begleitet: Sprich mit ihm. Sage ihm was in dir und mit deinem Körper passiert und was du empfindest. Was für uns in dieser Situation schon schwer zu fassen ist, ist für Außenstehende, besonders Männer, noch viel abstrakter. Teilt eure Gefühle, sprecht über Ängste und trauert gemeinsam.

Solltest du keinen Partner haben, mit dem du sprechen kannst, vertraue dich Freunden oder Verwandten an. Manchmal hilft es auch, darum zu bitten, dass der andere nur zuhört. Allein das Aussprechen kann oft schon eine befreiende Wirkung haben. Außerdem kann man so unerwünschten Tipps entgehen oder muss sich keine Storys anhören, die man im Moment vielleicht nicht hören möchte.

2. Teile deine Sorgen, Ängste oder Erfahrung mit anderen Frauen
Du wirst überrascht sein, wie viele Frauen in deinem Umfeld schon das Gleiche durchgemacht haben. Wenn du dich dazu bereit fühlst, tausche dich mit anderen Frauen aus. Gemeinsame Erfahrungen verbinden, stärken und man fühlt sich weniger allein.

3. Schreibe alles nieder
Bist du, so wie ich, der Typ, der die Dinge eher mit sich selbst ausmacht und bist noch nicht bereit mit anderen darüber zu reden? Dann könntest du es mit Schreiben versuchen. Schreibe eine Art Tagebuch, dem du all deine Gedanken, Gefühle und Ängste anvertraust.

Eine weitere Möglichkeit ist, ein Brief an das Kind zu schreiben. Man kann erzählen, wie man sich fühlt, wie traurig man ist und wie sehr man es gerne in der Familie begrüßt hätte. Wenn du nicht schreiben möchtest, kannst du diese Unterhaltung auch in deinen Kopf führen.

4. Hebamme kontaktieren
Auch, wenn du noch keine Hebamme hattest. Rufe ruhig eine an! Die meisten Hebammen sind nicht nur für die Geburt und die Zeit danach da, sondern begleiten einen auch in der besonderen Situation einer Fehlgeburt. Neben dem professionellen Umgang und Verständnis können sie auch weitere Tipps fürs körperliche und seelische Wohlbefinden geben.

Du kannst aber auch im Krankenhaus deiner Nähe nachfragen. Viele bieten Hebammensprechstunden an, die dir weiterhelfen oder Anlaufstellen in der Umgebung nennen können.

5. Nimm dir Zeit zum Verarbeiten
Nimm dir so viel Zeit zum Verarbeiten, wie du es brauchst! Lass dich nicht unter Druck setzen oder dir von anderen reinreden. Und ganz egal in welcher Schwangerschaftswoche du das Kind verloren hast – es war dein Kind und du hast das Recht über den Verlust zu trauern! Jeder hat seine eigene Art und Tempo damit umzugehen und abzuschließen und da gibt es kein richtig oder falsch.

6. Such dir Hilfe
Solltest du allerdings merken, dass du alleine nicht darüber hinweg kommst oder dass dich die Fehlgeburt über längere Zeit pausenlos beschäftigt und nicht loslässt: Such dir ohne Scheu professionelle Hilfe. Aus Erfahrung weiß ich, dass es wichtig ist, abzuschließen, um keine unnötigen Ängste in eine mögliche erneute Schwangerschaft mitzunehmen.

Falls du nicht weißt, an wen du dich wenden kannst: Neben Psychologen, kannst du auch hier zum Beispiel bei der Hebamme oder im Krankenhaus nachfragen. Diese können dir Adressen und Ansprechpartner geben, an die du dich wenden kannst. Auch Beratungsstellen wie zum Beispiel Pro Familia oder Caritas können weiterhelfen.

7. Nicht nach Gründen suchen
Auch ich habe mir die Frage gestellt, warum das passiert ist und ob ich es hätte verhindern können. Ob ich vielleicht etwas Falsches getan habe oder sogar selbst daran schuld bin. Lass es! Oft gibt es auch gar keine nachweisbaren Gründe. Mir hat es geholfen darauf zu vertrauen, dass die Natur es schon richtig gemacht haben wird und die Geburt eines fehlgebildeten oder nicht lebensfähigen Kindes verhindert hat.

Ich möchte nochmal betonen, dass es sich hier um meine persönlichen Tipps und Gedanken handelt, die mir in dieser schweren Situation geholfen haben. Jede Frau ist anders, jeder Frau geht mit dem Thema anders um. Und natürlich spielen da auch immer sehr viel mehr Faktoren mit als die bloße Fehlgeburt.

Dennoch hoffe ich, dass ich dir mit dieser Liste vielleicht einen Schritt weiterhelfen konnte, das Geschehene zu überwinden und mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft zu sehen. Kopf hoch, du schaffst das!

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Ich heiße Jasmin, bin 41 Jahre  alt und lebe mit drei meiner 4 Kindern (2003/2015/ 2017/2021) in einer chaotischen, aber liebenswerten Patchwork-Familie.

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